Restart – Die 3 Corona-Lehren

Oehlers Einkaufswelt – Die Kolumne

Mund abputzen, Krönchen richten, und weiter geht´s - das reicht diesmal nicht! Corona hat wie fast aus dem Nichts die gesamte Hotellerie infiziert und direkt auf die Intensivstation verfrachtet. Die erste Schockstarre beginnt sich zu legen. Wichtigste Erkenntnis: Es sind nicht unsere Geschäftsmodelle, die zur Krise führten! Dennoch wird vieles anders sein ab „the day after“. Auch beim Einkauf. Der eine oder andere denkt bereits daran, in diesen Tagen seine kostenstärksten Sortimente auszuschreiben und mit Lieferanten jetzt die Preise für die Zukunft hart und neu zu verhandeln. Dazu ist es zu früh: Die Verhandlungsposition für die Hotellerie ist so schwach wie noch nie. Keiner kann verbindliche Volumenzusagen abgeben. Lieferanten werden in jeder Kalkulation diese „Unsicherheit“ einpreisen.

 

Dies führt am Ende zu einem alles andere als kostengünstigen Rahmenabkommen. Die Zeit für richtungsweisende „Preis-Trends“ kommt erst noch. Es wird Produkte geben, die nach der Krise erheblich teurer sind; und es wird Bereiche geben, die sind deutlich günstiger. Wie sich dann das alles im Kostenmix darstellt, bleibt abzuwarten. Bis dahin muss keiner in Sachen Einkauf & Optimierung untätig rumsitzen. Es gibt bereits jetzt schon was zu lernen aus der Krise, was man anpacken kann:

 

1. Gl(ok)alisierung – der Mix an Lieferanten muss ausgewogen sein zwischen „global“ und „lokal“. Die Kostenkarte nur auf globale, monopolähnliche Billigproduzenten zu setzen ist genauso riskant wie der rein lokale Weg, wenn Lieferketten abreißen oder ganz zusammenbrechen.

 

2. Digitalisierung – genau jetzt zeigt sich, dass die „Digitalen“ gegenüber den „Analogen“ im Vorteil sind. Der smarte Blick 24/365 auf fällige Rechnungen, Zahlungsziele, Lieferantenverträge, offene Bestellwerte, Warenbestände und anderes mehr beschleunigt und verbessert die kaufmännische Handlungsfähigkeit.

 

3. Konzentration – Sortimente & Warenkörbe der zu beschaffenden Produkte & Güter nach dem Pareto-Prinzip 80/20 – sowenig wie möglich Produkte & Lieferanten, soviel wie nötig – erleichtern die Steuerung und vor allem sind sie Grundlage für bestmögliche Kosten. Auch in der nächsten Krise.