AHGZ: Der Entdecker
Seit knapp einem Jahr gibt es das neue Lufthansa Training & Conference Center in Seeheim bei Darmstadt. Herr über das Schulungszentrum mit 483 Zimmern und mehr als 80 Konferenz- und Seminarräumen ist Gerald Schölzel

- Gerald Schölzel mag schöne Landschaften, Hotels und gutes Essen
Mit Gerald Schölzel berief die Lufthansa vor zehn Jahren den ersten Hotelbetriebswirt nach Seeheim ins damals noch alte Seminarzentrum. Mit der Aufgabe, das bislang stets von Lufthanseaten geführte Haus „hotelisher“ zu machen. Zunächst arbeitete Schölzel als stellvertretender Leiter, seit 2003 ist er Hotelchef, gemeinsam mit Ko-Geschäftsführerin Katharine Schnelting-Anslinger, die sich um Finanzen und Controlling kümmert. Rund 220 Mitarbeiter sind vor Ort im Einsatz, darunter 20 Auszubildende.
In Seeheim schult die Lufthansa Mitarbeiter aus allen Bereichen des Konzerns. „Jeder, der mal zum Training war, schwärmt von der einmaligen Atmosphäre“, sagt Schölzel. Zum viel beschworenen „Spirit of Seeheim“ trägt auch bei, dass das QSH – so das LH-interne Kürzel für das Seminarzentrum – klassenlos angelegt ist: Weder beim Essen noch an der Bar oder im Pool gibt es eine Sonderbehandlung für Führungskräfte.
Ergebnisse und Ziele
Rund 100 Mio. Euro investierte die Lufthansa in das terrassenförmig in die Landschaft des Naturparks Odenwald eingepasste Zentrum. Die drei F&B-Outlets werden von der Cateringtochter LSG als externem F&B-Dienstleisterin bekocht und betreut.
Das QSH erbringt eine Dienstleistung für den Gesamtkonzern und muss kostendeckend arbeiten. „Wir werden an Ergebnissen, Zielen und Budget gemessen, wie anderswo auch“, versichert Gerald Schölzel. Darüber hinaus stehen die Einrichtungen aber auch externen Unternehmen für Seminare und Veranstaltungen zur Verfügung. Schölzel rechnet mit rund
20 Prozent Kunden „von außen“.
Geboren in Bad Kissingen, absolvierte der heute 46-Jährige eine Lehre als Hotelfachmann im Jodquellen Hof Alpamare in Bad Tölz und wollte aus der schönen Gegend mit ihrer hohen Lebensqualität „nie wieder weg“. Doch etwas hat ihn dann wohl doch gejuckt: Als Night Auditor im Sheraton München lernte er die Internationalität der Hotellerie kenne. Und leckte Blut. Sein nächstes Ziel: Puerto Rico, gefördert durch Stipendien der Günnewig- und Carl-Duisberg-Stiftung. Dort arbeitete er sich im El San Juan Hotel, einem Mitglied der Leading Hotels, in drei Jahren zum F&B-Manager empor.
Dann absolvierte er ein Studium an der Hotelfachschule Heidelberg. „Der Anfang war schlimm“, erinnert er sich. Drei Jahre Dolce Vita auf Puerto Rico hatten ihn „ein bisschen versaut“. Der verwöhnte Jungmanager musste seine karibische Strandwohnung mit einer tristen Bude in Leimen tauschen. Zudem musste Gerald Schölzel seinen Unterhalt selbst verdienen und war unter anderem als Hoteltester für die DeGefest in den neuen Bundesländern im Einsatz.
Trotzdem denkt er an die Zeit an der Hofa gern zurück. Hat er doch dort seine heutige Frau, Susanne Schütze, kennengelernt: „Wir waren damals aber noch anderweitig verbandelt.“ Der Kontakt blieb bestehen und war nützlich, als das Arabella Hotel Bogenhausen in einer Wirtschaftskrise die Verkaufs- und Veranstaltungsabteilung auflöste und Schölzel auf der Straße stand. Susanne Schütze bat ihn um Unterstützung bei der Eröffnung eines Ferienhotels auf Rügen. Der Rest ist (Familien-)Geschichte. Das Ehepaar zog nach Bayern, wo Gerald Schölzel zuerst in der Zentrale und danach bis zum Verkauf der Flamberg Hotels als Direktor in Deggendorf tätig war.
Den Kopf frei machen
An der Hessischen Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg haben sich Susanne und Gerald Schölzel beruflich und privat etabliert. Die beiden reisen gern und nutzen die Lufthansa-Flug-Privilegien meist Richtung USA. Doch auch in Deutschland gehen die Schölzels auf Entdeckungstour. Hauptsache schöne Landschaften, Hotels und gutes Essen. Die Lage seines Arbeitsplatzes mitten im Wald weiß Schölzel zu nutzen. In der Mittagspause geht er regelmäßig joggen: „Das macht den Kopf frei.“
Barbara Goerlich
In Seeheim schult die Lufthansa Mitarbeiter aus allen Bereichen des Konzerns. „Jeder, der mal zum Training war, schwärmt von der einmaligen Atmosphäre“, sagt Schölzel. Zum viel beschworenen „Spirit of Seeheim“ trägt auch bei, dass das QSH – so das LH-interne Kürzel für das Seminarzentrum – klassenlos angelegt ist: Weder beim Essen noch an der Bar oder im Pool gibt es eine Sonderbehandlung für Führungskräfte.
Ergebnisse und Ziele
Rund 100 Mio. Euro investierte die Lufthansa in das terrassenförmig in die Landschaft des Naturparks Odenwald eingepasste Zentrum. Die drei F&B-Outlets werden von der Cateringtochter LSG als externem F&B-Dienstleisterin bekocht und betreut.
Das QSH erbringt eine Dienstleistung für den Gesamtkonzern und muss kostendeckend arbeiten. „Wir werden an Ergebnissen, Zielen und Budget gemessen, wie anderswo auch“, versichert Gerald Schölzel. Darüber hinaus stehen die Einrichtungen aber auch externen Unternehmen für Seminare und Veranstaltungen zur Verfügung. Schölzel rechnet mit rund
20 Prozent Kunden „von außen“.
Geboren in Bad Kissingen, absolvierte der heute 46-Jährige eine Lehre als Hotelfachmann im Jodquellen Hof Alpamare in Bad Tölz und wollte aus der schönen Gegend mit ihrer hohen Lebensqualität „nie wieder weg“. Doch etwas hat ihn dann wohl doch gejuckt: Als Night Auditor im Sheraton München lernte er die Internationalität der Hotellerie kenne. Und leckte Blut. Sein nächstes Ziel: Puerto Rico, gefördert durch Stipendien der Günnewig- und Carl-Duisberg-Stiftung. Dort arbeitete er sich im El San Juan Hotel, einem Mitglied der Leading Hotels, in drei Jahren zum F&B-Manager empor.
Dann absolvierte er ein Studium an der Hotelfachschule Heidelberg. „Der Anfang war schlimm“, erinnert er sich. Drei Jahre Dolce Vita auf Puerto Rico hatten ihn „ein bisschen versaut“. Der verwöhnte Jungmanager musste seine karibische Strandwohnung mit einer tristen Bude in Leimen tauschen. Zudem musste Gerald Schölzel seinen Unterhalt selbst verdienen und war unter anderem als Hoteltester für die DeGefest in den neuen Bundesländern im Einsatz.
Trotzdem denkt er an die Zeit an der Hofa gern zurück. Hat er doch dort seine heutige Frau, Susanne Schütze, kennengelernt: „Wir waren damals aber noch anderweitig verbandelt.“ Der Kontakt blieb bestehen und war nützlich, als das Arabella Hotel Bogenhausen in einer Wirtschaftskrise die Verkaufs- und Veranstaltungsabteilung auflöste und Schölzel auf der Straße stand. Susanne Schütze bat ihn um Unterstützung bei der Eröffnung eines Ferienhotels auf Rügen. Der Rest ist (Familien-)Geschichte. Das Ehepaar zog nach Bayern, wo Gerald Schölzel zuerst in der Zentrale und danach bis zum Verkauf der Flamberg Hotels als Direktor in Deggendorf tätig war.
Den Kopf frei machen
An der Hessischen Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg haben sich Susanne und Gerald Schölzel beruflich und privat etabliert. Die beiden reisen gern und nutzen die Lufthansa-Flug-Privilegien meist Richtung USA. Doch auch in Deutschland gehen die Schölzels auf Entdeckungstour. Hauptsache schöne Landschaften, Hotels und gutes Essen. Die Lage seines Arbeitsplatzes mitten im Wald weiß Schölzel zu nutzen. In der Mittagspause geht er regelmäßig joggen: „Das macht den Kopf frei.“
Barbara Goerlich

