AHGZ online: progros wächst in der Krise

Das schwierige Jahr 2009 war für die Progros Einkaufsgesellschaft das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Bestehen

Das schwierige Jahr 2009 war für die Progros Einkaufsgesellschaft  das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Bestehen. Das teilte das Unternehmen in Eschborn mit. Geschäftsführer  Jochen Oehler: „Das erste Halbjahr 2009 war eine besondere Herausforderung, da der überwiegende Teil der Hotellerie von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise hart getroffen war. Diese Situation haben wir sehr ernst genommen." Durch neue und nochmals verstärkte Maßnahmen zur Kostenoptimierung  habe man für die Hotels Kostenvorteile von über 12,5 Mio. Euro realisieren können, die sie ohne Progros nicht gehabt hätten.
Auch wenn die Zuwächse etwas geringer als im Vorjahr ausfallen, konnte Progros mit einem um 6,7 Prozent auf 128 Mio. Euro gesteigerten Einkaufsvolumen das bisherige Rekordjahr 2009 nochmals in den Schatten stellen. Das gesamte Einkaufsvolumen der Gruppe kletterte nach Unternehmensangaben um 4 Prozent auf 381 Mio. Euro.

„Der Konzentrationsgrad, also der Anteil der Einkäufe der Hotels über Progros-Lieferanten, hat sich erneut von 32,7 auf 33,6 Prozent erhöht. Nach einer generellen Zurückhaltung in der Branche im ersten Halbjahr 2009, zog das Geschäft im zweiten Halbjahr deutlich an. Wir haben als Gruppe allein im Dezember 2009 einen Einkaufsumsatz am Markt platziert, der noch höher war als der gesamte Halbjahresumsatz 1999 und 11 Prozent über dem Dezember 2008 lag“, so Oehler.

Progros führt das darauf zurück, dass insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Nachfrage nach wirkungsvollen Einkaufslösungen steigt. Kostenoptimierungen werden zum zentralen Thema, denn wenn die Umsätze in Hotels stagnieren oder sinken, müssen die Häuser besser einkaufen.

Im Kerngeschäftsfeld der Progros, dem Einkaufspooling, sind im Jahr 2009 80 neue Hotels hinzzgekommen. Jetzt sind es 620 Betriebe mit mehr als 62.000 Zimmern.  Beachtenswert dabei ist, dass Progros sich beim Wachstum des Einkaufspools auf Häuser konzentriert , die mehr als 1 Mio. Euro pro Jahr erwirtschaften. Außer Hotelketten wie Rocco Forte, die Adina Gruppe sowie einigen Lindner-, Choice- und Best Western-Hotels, haben sich auch viele bekannte Privathotels wie das Empire Riverside in Hamburg, das Budersand Hotel - Golf & Spa auf Sylt und das Lufthansa Training & Conference Center in Seeheim-Jugenheim dem Kundenkreis angeschlossen.

„Auch das Jahr 2010 ist positiv gestartet. Seit Januar haben sich weitere 17 Hotels für den Progros-Einkaufspool entschieden“,  berichtet Frank Pahlke, der als neuer Direktor Kundenservice die Hotelexpansion bei Progros verantwortet. Gut entwickelt hat sich dem Unternehmen zufolge auch der Geschäftsbereich Projekt Management. Hierbei handelt es sich um individuelle Beratungs- und Einkaufsdienstleistungen zur kompletten Beschaffungsdurchführung von beweglichem und verbundenem Inventar zum Beispiel bei Hotelneubauten. Oehler: „Allein zehn Objekte wurden durch Progros so im Jahr 2009 realisiert. Wir haben hierbei die Auftraggeber und Investoren bei der Beschaffungsdurchführung des kompletten beweglichen als auch teilweise verbundenen Inventars beraten und persönlich mit eigenen Mitarbeitern die Projekte durchgeführt." Diese Dienstleistung hätten auch Hotels in Anspruch genommen, die nicht dem Progros-Einkaufspool angehören.

Auch in diesem Jahr  veranstaltet Progros den für die Hotellerie offenen Einkaufskongress „Top Supply“.   Dieser findet  am 22. April 2010 im Lufthansa Training & Conference Center in Seeheim-Jugenheim statt. Top Supply konzentriert unter anderem auf effektive Boxkampfstrategien in der Verhandlung (Rumble in the Jungle), wirkungsvolle Kriterien des Lieferantenmanagements sowie neueste Trends bei Einkaufsstrategien. Vorgestellt wird ebenfalls die Branchenstudie „Einkauf in der Hotellerie 2010“, die das Einkaufsverhalten der Spitzenhotellerie unter die Lupe nimmt.

Für das Jahr 2010 ist Geschäftsführer Jochen Oehler zuversichtlich: "Wir planen nach einem erfolgversprechenden Jahresstart bis Ende des Jahres das Einkaufsvolumen von auf 140 Mio. Euro steigern zu können und auf rund 660 Hotels im Einkaufspool zu wachsen. Allerdings wisse man, dass 2010 die Bäume nicht in den Himmel wachsen werden. Dazu seien die aktuellen Konjunkturdaten der Hotellerie aber auch der Zulieferindustrie noch zu kritisch.

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