Superior Hotel, 3/2009: Seehotel Niedernberg

Ein Hoteldorf am See

Dieses Unternehmen in Niedernberg erweckt nicht gleich auf den ersten Blick den Eindruck eines Hotels. Denn es setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen, die wiederum aus verschiedenen Epochen zu stammen scheinen.
Die Bauten des Seehotel Niedernberg wurden erst in den Jahren 1999 bis 2000 hochgezogen. Zu bewohnen sind fränkischem Fachwerk nachempfundene Häuser, Gründerzeitbauten und solche in zeitgeistigem Stil- untereinander verbunden mit hellen und mit Glas verkleideten Gängen. Zusammen ergibt sich ein Ensemble, das hufeisenförmig um einen Teil des Ufers gebaut ist. Ein Hoteldorf am See, um es mit unserer Headline auf den Punkt zu bringen, aber eines, das so ganz anders ist. Die Lage, politisch zum Norden Bayerns gehörend, ist geradezu ideal. In weniger als einer Autostunde ist das Dorf am See von den großen und kleineren Städten des Rhein-Main-Gebiets zu erreichen. Ein bevorzugter Standort für Seminarveranstalter aus diesem Ballungsraum, denen top ausgestattete Räume für fünf, 50 oder 100 Personen zur Verfügung stehen. Da kommen Mitarbeiter von Pharma- und Autokonzernen, Airlines, Banken und Versicherungsunternehmen. Dieses Tagungsgeschäft führt zu bemerkenswerten Synergieeffekten, wie Direktorin Petra Schmitt nicht ohne Stolz berichtet: "Die Seminaristen sind von unseren Leistungen beeindruckt, kommen an Wochenenden mit ihren Angehörigen hierher oder lassen gar ihre Familienfeste von uns ausrichten." Damit wird klar, dass das Tagungsgeschäft auch ein ausgezeichnetes Marketinginstrument ist. In einer kleinen Kapelle auf dem Hotelgelände kann die standesamtliche Trauung stattfinden. Für den nachfolgenden fröhlichen, festlichen Teil erfüllt die Service- und Küchencrew fast alle Wünsche. Vor allem für Küchenchef Joachim Elflein neben dem normalen Betrieb immer wieder eine logistische Herausforderung. Doch steuert er eine gut eingespielte Brigade von 18 Köchen, mit der solche Aufgaben souverän gelöst werden können.

Lukullisch ist zwischen Büfett und Galadinner fast alles möglich. Im lichtdurchfluteten Glaspavillon Orangerie ist Raum für 120 Personen, im Panoramasaal Seeblick können 40 bis 70 Stühle an die Tische gestellt werden - und im erst kürzlich bezogenen Bootshaus, direkt auf dem Wasser gelegen, finden 30 Leute Platz. Außerdem gibt es da noch das mit hübschen Fresken ausgemalte Don Giovanni. Es ist der kleine Ableger des Restaurants Rivage für gemütliche und exklusive Events. Im Rivage selbst erfüllen sich die Gäste ihre individuellen kulinarischen Ansprüche auf hohem Niveau.

Mit Auswirkungen auch auf die Wellnessabteilung. Eine dieser Aktivitäten steht ganz im Zeichen von Schokolade. "Orangen-Schokoladen-Traum" heißt es dann. Ein Schokoladenmenü wird vor oder nach der Anwendung serviert. Die wird je nach Wunsch ganzkörperlich oder auch als klassische Gesichtsbehandlung durchgeführt. Auch sonst wird ein ernährungsbewusster Schulterschluss zwischen Küche und Wellness gepflegt. Gut geschulte Damen und Herren, der Hotelleitung unterstehend, sind zuständig für eine stattliche Palette von Gesichts- und Körperbehandlungen. Hier scheint die Offerte ebenfalls lückenlos zu sein. Sie reicht vom "Wohlfühlarrangement" über "Intensivbehandlung mit Fruchtsäure", Massagen, Hand- und Fußbehandlungen bis hin zu einem kleinen Ayurveda-Programm. Saunagänge sind möglich, der Pool ist wohltemperiert und wer es schließlich zu wohliger Müdigkeit gebracht hat, begibt sich in eines der 73 Zimmer zur lautlosen Entspannung. Ruhe und Abgeschiedenheit sind hier keine leeren Worte.

Die Konzeption ist klar. Von Montag bis Freitag wird das Dorf am See überwiegend von Tagungsgästen und Geschäftsreisenden frequentiert - auch die können selbstredend die Wellnessmöglichkeiten nutzen. An den Wochenenden wird der Schalter umgelegt: Das Hotel profilier sich dann als Feriendomizil. Dann tummeln sich Individualgäste und/oder Familien mit Kindern in der Anlage am See. In den Sommermonaten kann die Badeinsel genutzt werden, die wie ein gigantischer Kochlöffel in den See hineinragt. Da finden dann auch die vom Haus gesteuerten kleinen und großen Events statt – wie Grillabende, Freiluftkochen, Spiele und andere fröhliche Unterhaltung. Bei schlechtem Wetter wechselt man kurzerhand ins Boothaus. Es werden auch hoteleigene Liegestühle aufgestellt, zu denen jeweils ein Badetuch bereitliegt, ein aufmerksamer "Außenservice" sorgt für die Erfüllung vielerlei Gästewünsche. Für Fitnessfreaks bietet sich der gepflegte Parcours rund um den See an. 3,8 Kilometer lang und geeignet für geruhsame Spaziergänge und Jogging, Nordic-Walking oder Radfahrten, zu denen das Haus die Drahtesel verleiht. Wenn nun noch die Ausflüge zu attraktiven Zielen in die nähere Umgebung einbezogen werden, sind die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung breit gefächert. Schlussendlich sei noch vermerkt, dass sich in dem Hotelensemble am See baulich immer irgendetwas tut - zum Wohle der Gäste.

Quelle: Superior Hotel 3/2009

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