Superior Hotel, 3/2009: Zwischen Afrika und Arktis

Das im Mai eröffnete Lindner Park-Hotel Hagenbeck (progros) in Hamburg führt seine Besucher auf einer virtuellen Reise durch Afrika, Asien und ins ewige Eis. Familien, Kongressgäste und Individualreisende fühlen sich gleichermaßen angesprochen.
Im ersten Tierpark-Themenhotel der Welt, dem Lindner Park-Hotel Hagenbeck in Hamburg, gehen Gäste auf eine Reise um die Welt und - gleichzeitig zurück in die Zeit von Carl Hagenbeck. Schon die Lobby präsentiert sich wie der Salon eines Hamburger Kaufmanns in der Kolonialzeit. Mit viel Liebe hat die Innenarchitektin weltweit "Fundstücke", wie ein zwei Meter langes Holzkrokodil aus Indonesien und die Darstellung einer balinesischen Krönungszeremonie, zusammengetragen. Auch das Restaurant Augila zeigt sich konsequent im Kolonialstil mit lederbezogenen Bankgruppen und Stühlen aus dunklem Holz, Holzreliefs und klassischen Ventilatoren. Ebenso hat die Lobby einen charakteristischen Clubcharme - es fehlen nur noch der Whisk(e)y und die Zigarre. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die fünf hellen Tagungsräume für bis zu 220 Personen. Der holzverkleidete Aufzug läutet dann die Reise nach oben ein. Vorbei trägt er die Gäste an den beiden Afrika-Etagen bis nach Asien im dritten Stock. Das Zimmer hat - wie die anderen auch - seine eigene Atmosphäre: Die Wand zieren Figuren wie aus einem asiatischen Puppentheater, von der Wand gegenüber schaut neugierig ein Tiger. Von hölzernen Säulen wird das Bett eingerahmt. Der Blick fällt auf einen Schrank, bespannt mit Pailletten bestickten Patchwork- Batikstoffen und Elefantendrucken. Holzblenden mit Rankmotiven zieren die Wände, statt der üblichen Kofferablage gibt es eine Truhe. Naturfarbene Stofflampen in organischen Formen werfen ein sanftes Licht in den Raum. Auch im Badezimmer finden sich Elefanten, allerdings als Handtuchhalter. An den Wänden sind Lampen angebracht, die an Fackeln erinnern.

Bild: Lindner Park-Hotel Hagenbeck

Warm schimmert das Abendlicht durch die pink-goldenen Vorhänge. Die vierte Etage steht auch noch im Zeichen der Elefanten und Tiger, im obersten Geschoss wartet die Arktis im Wellnessbereich: Die Saunen sind in Form arktischer Fischerhäuser gestaltet. Die Duschen befinden sich in einem stilisierten Eisblock, in dessen Kristallen sich das künstliche Licht der arktischen Sonne spiegelt. Im Ruheraum kann man das Leuchten des Polarlichts betrachten - eine perfekte Inszenierung. Der Fitnessbereich nebenan steht exklusiv den Hotelgästen zur Verfügung. Auf der gleichen Etage befinden sich die großzügigen Suiten, die jeweils mit einer privaten Sauna ausgestattet sind. 90 Prozent der Inneneinrichtung wurden speziell für das Hotel entworfen, von Hand gefertigt oder in fernen Ländern gesammelt. Diese Reise um die Welt im Hotelist eine perfekte Einstimmung auf den Besuch von Hagenbecks Tierpark.

Joachim Weinlig-Hagenbeck, Geschäftsführer der Tierpark Hagenbeck Gemeinnützige Gesellschaft mbH, hat lange nach einem geeigneten Partner für ein Hotel im Tierpark gesucht. 20 Jahre alt ist die Idee. Zuerst wollte die Familie das Haus selbst betreiben, dann kam der Umschwung und die Suche nach einem Pächter. Letztlich entschied man sich für die Lindner-Gruppe, weil dort schön öfter Individualkonzepte realisiert worden sind, etwa das Lindner Hotel BayArena in Leverkusen oder diverse On-Course-Golfhotels. Otto Lindner war erstmals vor drei Jahren hier. Auf dem Weg zum Büro passierte er immer das Gehege des Grizzlybären, wo er manchmal so fasziniert verharrte, dass er zu spät ins Büro kam. Hand in Hand wurde das Hotelkonzept zusammen mit Familie Hagenbeck entwickelt. Der Geist Carl Hagenbecks sollte in dem Gebäude zu spüren sein. Der Gründer des Tierparks war schon vor gut 100 Jahren innovativ, denn er klassifizierte Tiere nicht nach ihrer Gattung, sondern nach ihrer Herkunft. Er entwickelte auch die Idee "raus aus den Käfigen und rein in das Freisichtgehege". Heute wohnen im Park 1.850 Tiere. Durch das innovative Themenhotel erhofft sich das Management natürlich auch einen Besucherzuwachs. Die Immobilie gehört Familie Hagenbeck, Lindner ist Pächter.

Bild: Lindner Park-Hotel Hagenbeck

Für 2009 ist eine Auslastung von 65 Prozent geplant, 2010 soll sie bei 67 bis 68 Prozent liegen, allerdings bei steigenden Preisen. "Und wenn die Bundesregierung nächstes Jahr die Mehrwertsteuer von 19 auf 5,5 Prozent senkt wie in Frankreich, dann wird es noch besser," scherzt Otto Lindner. "Wir stellen uns dem Wettbewerb nicht über Preise, sondern über Inhalte." Dabei denkt er nicht daran, das Hotelkonzept zur Maximierung der Wirtschaftlichkeit zu multiplizieren: "Das Konzept ist authentisch und individuell. Hier kommen drei gute Parameter zusammen: eine ungewöhnliche Hotelstory, der sehr innovative Tierpark Hagenbeck, und mit Hamburg eine sehr attraktive Städtedestination." Die Verbindung zum Tierpark schaffe das Hotel, so Direktor Fabian Engels, durch spezielle Services. Bei Seminaren gibt es das Angebot einer Kaffeepause mit Tierparkführung. Das Hochzeitspackage lädt zu einer Trauung im Tierpark ein, im Hotel wird anschließend gefeiert und übernachtet. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch mit der Zooschule, die eine Kinderbetreuung mit Angeboten des Tierparks kombiniert.

Quelle: Superior Hotel 3/2009

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