AHGZ, 18.07.2009: "Der Erfolg kommt nicht von allein"

Der Hotelier (progros) und Vorsitzende der Akzent-Hotels über die Entwicklung und Qualitätsstandards der Kooperation sowie die Übertragung des Managements auf eine Agentur
Quelle: AHGZ
20 Jahre Akzent - und Sie machen mit ihren Gästen ein Ganz-Jahres-Jubel-Event daraus. Ist das nicht ein bisschen viel des Guten?

Berberich: 20 Jahre Bestand zu haben auf dem hart umkämpften deutschen Hotelmarkt, das bedeutet unserer Ansicht nach schon etwas. Es gab Kooperationen, die sich nicht so lange gehalten haben. Wir haben einiges dafür getan, der Erfolg kommt nicht von allein. Im Grunde wollen alle großen und kleinen Kooperationen nur das Eine: Zufriedene und möglichst ständig wiederkehrende Gäste.

Die Wege zu diesem Ziel sind im Prinzip vorgegeben: Möglichst hohe Qualität in allen Bereichen eines Hotelbetriebes, das machen andere auch. Was machen Sie anders?

Berberich: Richtig ist, dass es so etwas gibt wie Bedingungen, ohne die es nicht geht, an denen kommt natürlich auch Akzent nicht vorbei. Das dürfte in der Hauptsache der Qualitätsgedanke sein, und der steht auch bei uns ganz oben auf der Agenda. Die Standards, die wir uns da selbst gesetzt haben, werden ständig überprüft, nicht nur durch unsere Agentur, auch durch Mystery-Checks. Sie werden außerdem ständig fortgeschrieben und den geänderten Gästewünschen angepasst. Unsere Agentur kümmert sich um die Schulung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen relevanten Bereichen. Außerdem glauben wir, dass wir durchaus so findig sind, einen vorgegebenen Handlungsrahmen mit individuellen Nuancierungen akzent-spezifisch zu gestalten.

Sie sprechen von „unserer Agentur". Was ist darunter zu verstehen?

Berberich: Das zum Beispiel ist etwas, was ich mit dem Begriffe akzent-spezifisch ausdrücken wollte. Wir haben vor sieben Jahren, als es mit der Kooperation nicht gerade zum Besten stand, einen zumindest damals außergewöhnlichen Weg beschritten: Wir haben das gesamte Kooperationsmanagement, alle administrativen Aufgaben einer privaten Agentur übertragen nach der Devise „Macht ihr das, wir haben anderes zu tun". Der eigene etwas behäbige und teure Verwaltungsapparat wurde abgeschafft. Seither kümmert sich diese Agentur in engem Kontakt mit unserem Vorstand um alles, was Marketing und Vertrieb angeht. Sie kümmert sich um die Akquise, organisiert unsere Versammlungen, entwirft pfiffige Pauschalangebote, unsere Werbung und alle Printmedien. Dafür wird sie bezahlt, und ich versichere Ihnen: Das ist kostengünstiger, als es vorher war, und – viel wichtiger – die Mittelverwendung ist erheblich effizienter. Auch wenn es unglaubwürdig klingen mag: Wir Akzent-Hoteliers bekommen seit dieser Umstrukturierung mehr Leistung für unser Geld, und wir haben mehr Freiraum für unsere eigenen Häuser.

Die Agentur denkt und lenkt, und die Hoteliers bei Akzent nicken ab?

Berberich: Natürlich nicht. Wir haben ja nicht nur unseren Vereinsbeirat, der in engem Kontakt mit der Agentur steht. Wir haben zwei Mitgliederversammlungen im Jahr und mindestens eine rein regionale Versammlung in den Akzent-Regionen Ost, West, Nord und Süd. Da legt die Agentur ihre Rechenschaftsberichte ab, da findet die Kommunikation statt. Auch so ein Spezifikum bei Akzent: Die Regionen, in denen die dort ansässigen Akzent-Hoteliers ihre eigenen Kommunikationsforen haben und ihre spezifisch regionalen Probleme sozusagen hautnah und ausführlich besprechen können. Das fördert das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Ich sage es immer wieder gern, auch wenn es in manchen Ohren kitschig klingt: Die Akzentler verstehen sich als eine Familie. Für uns ist das keine Phrase, wir leben ihnen das vor.

Was hat Akzent mittelfristig vor?

Berberich: Wir wollen durchaus wachsen, aber behutsam, nicht um jeden Preis. Wir wollen unser Auslandsengagement erhöhen. In Österreich und der Schweiz sind wir schon engagiert, mit den Sweden Hotels gibt es eine lockere Zusammenarbeit, da profitiert jeder von Synergie-Effekten. Vorrangig natürlich ist die ständige Arbeit an den Dingen, die uns bisher erfolgreich gemacht haben, da darf es keinen Stillstand geben: Markt beobachten, Veränderungen erkennen, flexibel reagieren.
Die Fragen stellte Uwe Wedler

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