Top hotel, 06/2009: "Positives Feedback unserer Gäste motiviert mich"

Beim diesjährigen »Grand Prix der Ausgewählten Tagungshotels« setzte sich der von Nicole und Klaus Kobjoll geleitete Schindlerhof erneut an die Spitze der Kategorie »A«: Hotels mit weniger als 100 Zimmern. »Bei größtmöglichem Wohlgefühl soll der Gast den größtmöglichen Nutzen aus seinem Aufenthalt ziehen«, lautet das Motto des Nürnberger Tagungshotels. Verantwortlich hierfür zeichnet Sabine Bauer, die agile Tagungsleiterin des Vier-Sterne-Domizils
Quelle: Top hotel 06/2009
Top hotel: Frau Bauer, der Schindlerhof hat nun bereits zum siebten Mal beim Grand Prix der Ausgewählten Tagungshotels zum Wohlfühlen den ersten Platz belegt. Wie siegessicher sind Sie am 17. Mai nach München gefahren?

Sabine Bauer: Wir sind gut gelaunt nach München gefahren, aber je näher der Abend kam, umso nervöser wurden wir alle. Von siegessicher kann nicht die Rede sein. Es ist wie bei jedem sportlichen Wettkampf - trotz hartem Ausdauertraining kann man noch auf der Zielgerade überholt werden. Und da ich großen Respekt vor unseren Mitbewerbern habe, gehört für mich auch immer eine gewisse Portion lampenfieber dazu.

Top hotel: Welchen Stellenwert hat diese Auszeichnung für Sie und Ihr Team?

Sabine Bauer: Diese Auszeichnung ist für uns pure Motivation. Der Preis ist einmal mehr Beweis dafür, dass sich die unermüdlichen Qualitätsanstrengungen lohnen, dass sich Teamwork auszahlt und dass wir im schönsten Beruf der Welt arbeiten. Natürlich sind wir auch stolz, denn wir steigern ja dadurch den Bekanntheitsgrad und die Glaubwürdigkeit unseres gesamten Unternehmens.

Top hotel: Sie sind seit 19 Jahren im Schindlerhof tätig, davon 16 Jahre lang als Tagungsleiterin. Welche Bedeutung hat personelle Kontinuität für die Qualität im Tagungsgeschäft?

Sabine Bauer: Unser sehr hoher Stammgästeanteil resultiert auch aus der Tatsache, dass wir eine niedrige Fluktuation im Team haben. Trotz >ISO<-Handbuch und Verfahrensbeschreibungen, trotz funktionierendem CRM-Tool und detaillierter Stellenbeschreibungen muss es einige Mitarbeiter geben, die den Gast auf Anhieb und ohne großes Nachlesen im PC erkennen - von der Anfrage über den Besuch bis hin zur Rechnung müssen die Details stimmen. Wissenstransfer ist meiner Meinung nach in der Dienstleistungsbranche am schwierigsten. Denn es braucht Erfahrungswerte und das Gespür für die richtige Situation - jeder Gast tickt anders. Es reicht heutzutage einfach nicht mehr aus, dass ein Flipchart-Stift gut schreibt oder dass es verschiedene Kaffeespezialitäten gibt.

»Ich könnte eine Super-Nanny für Tagungsmitarbeiter werden«

Top hotel: Wie motivieren Sie sich selbst zu permanenter Höchstleistung?

Sabine Bauer: Mich motiviert vor allem das positive Feedback unserer Gäste. Nur so kommen ja die vielen Preise und Auszeichnungen auch zustande. Begeisterte Gäste, die sich lobend äußern, das bringt mir höchste Motivation im Job. Ich habe außerdem über die Jahre gelernt, konstruktive Kritik in kreative Energie umzuwandeln - das spornt mich an. Heikle Situationen zu<meistern, im Stress den Überblick zu bewahren und zweifelnde Gäste zu überzeugen - das ist für mich der Kick. Als Ausgleich nutze ich, so oft es geht, die Gelegenheit zum Verreisen. Bei meinem Lieblingshobby tanke ich immer wieder auf.

Top hotel: Welche beruflichen Ziele haben Sie noch?

Sabine Bauer: Ich liebe meinen Job im Schindlerhof und habe für mich entschieden, dass ich erst dann etwas anderes suche, wenn ich hier keine neuen Herausforderungen mehr finde und ich mich persönlich nicht mehr weiterentwickeln kann. Das ist aber alles andere als in Sicht! Zusätzlich könnte ich mir vorstellen, eine spezielle Art von Consultings in anderen Tagungshäusern durchzuführen. Aber nicht für die Chefs, sondern für diejenigen Mitarbeiter, die tatsächlich an der Front sind. Mir geht es dabei nicht um Mitarbeiterführung und Marketingkonzepte, sondern um Detailverliebtheit und Konsequenz in der Umsetzung. Ich könnte eine Art >Super-Nanny< für Tagungsmitarbeiter werden.

Sabine Bauer (42) absolvierte ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau im Pflaums Posthotel Pegnitz. Nach Stationen im Bankett- und A-Ia-carte-Service sowie Veranstaltungsbüro des Kempinski Vier Jahreszeiten München ist sie seit 1990 im Hotel Schindlerhof in Nürnberg-Boxdorf tätig. Anfangs fungierte sie dort als stellvertretende Abteilungsleiterin, nach drei Jahren avancierte sie zur Tagungsleiterin.

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